Haiti
Mord an Präsident Moïse: Ließen die Drahtzieher die mutmaßlichen Mörder im Dunkeln?

Brennende Reifen in Port-Au-Prince: Haiti hat nicht nur ein Problem mit eim Vakuum in der Staatsführung, sondern auch eines mit wachsender Gewalt – die Menschen reagieren mit Protesten darauf.

© Matias Delacroix/AP / DPA

Im Fall des ermordeten haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse führen mehr Spuren nach Kolumbien. Der Chef der dortigen Polizei sagte, die Täter hätten das wahre Ziel der Mission nicht gekannt. Die USA planen keinen Einsatz auf der Karibikinsel.

Die USA wollen, wie bereits seit einigen Tagen kolportiert wird, keine Truppen nach Haiti schicken, um das Land nach der Ermordung des Staatspräsidenten Jovenel Moïse zu stabilisieren. Die Regierung des Karibikstaates hatte die Ex-Besatzungsmacht USA darum gebeten. Das stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung, sagte jedoch US-Präsident Joe Biden. Die Vereinigten Staaten würden lediglich Marines zur Sicherung ihrer Botschaft nach Haiti entsenden.

Wussten Attentäter nicht, was sie taten?

Aus Kolumbien kamen nun neue Informationen zu dem Attentat ans Licht: Ein Großteil der mutmaßlichen Täter soll das wahre Ziel ihrer Mission nicht gekannt haben. Bei den gemeinsamen Ermittlungen haitianischer und kolumbianischer Behörden wurden zwei Kolumbianer als Organisatoren des Anschlags vor Ort identifiziert, wie der Chef der kolumbianischen Nationalpolizei, Jorge Vargas, in einer Pressekonferenz in Bogotá sagte. Nach Verhören haitianischer Ermittler hätten sie den übrigen Mitgliedern der Kommandotruppe gesagt, es gehe darum, Moïse festzunehmen und der US-Anti-Drogenbehörde DEA zu übergeben.

Der 53 Jahre alte Staatschef war in der Nacht zum 7. Juli in seiner Residenz überfallen und erschossen worden. Seine Ehefrau wurde schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei führten 26 kolumbianische Söldner und…