Zufriedenheit spricht aus Monika Grütters Worten, wenn sie auf ihre bald achtjährige Amtszeit zurückblickt. Seit 2013, als sie Bernd Neumann im Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ablöste, gibt die moderat auftretende CDU-Politikerin die Richtung der deutschen Kulturpolitik vor. Sie tut das mit Verve und, wie sie sagt, „mit Begeisterung und Leidenschaft“. Kurz vor der Bundestagswahl im Herbst sieht Grütters viele ihrer Ziele erreicht. Wird sie weitermachen?  „Das“, so Grütters, „entscheidet dann der Wähler.“

Eines ist Grütters, Jahrgang 1962, jetzt schon, sagt sie: Europas dienstälteste Kulturministerin, zumal in der Kulturnation Deutschland, die „im Vergleich zu anderen Ländern sehr viel für ihre Kultur“ tue. „Dafür“, so Grütters, „bin ich Angela Merkel dankbar“ – Europas dienstältester Regierungschefin.

Monika Grütters stand DW-Chefredakteurin Manuela Kasper-Claridge für das Kulturmagazin K.21 Rede und Antwort

Corona war ihr Stresstest

Das klingt nach Erleichterung. Denn zum größten Stresstest in Grütters Amtszeit geriet die Corona-Krise: Landauf, landab mussten – trotz ausgeklügelter Sicherheitskonzepte – Museen, Theater, Konzertsäle und Kinos schließen. Nichts lief mehr, eine ganze Branche geriet ins Trudeln. „Was mich am meisten betroffen gemacht hat, war die wirkliche, echte, erkennbare und auch buchstäblich spürbare Not der Künstlerinnen und Künstler“, sagt Grütters im DW-Interview, „dass die Kreativen so um Sichtbarkeit gerungen haben, aus Angst, ihre Bedeutung für das gesellschaftliche Ganze werde nicht richtig gesehen.“ Doch da kannten sie Monika Grütters schlecht.

Kulturschaffende forderten auf Demonstrationen den Erhalt ihrer Branche.

Als Kulturpolitikerin versteht sie sich seit jeher als „Lobbyistin“ der Kulturbranche. Deshalb habe sie sich für Coronahilfen in Milliardenhöhe eingesetzt, für den – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – zweitstärksten Wirtschaftszweig Deutschlands. „Ich musste kämpfen:…