von Sylvie-Sophie Schindler
16.07.2021, 10:27 Uhr

Debatten über die Klimapolitik tun not. Gerade in Zeiten von Corona wurden sie vernachlässigt. Und dennoch: Dass Maybrit Illner ausgerechnet so knapp nach der Regenflut über die Klimakrise sprechen wollte, war kein gutes Timing.

Ursprünglich hatte Maybrit Illner das Thema Außenpolitik für Donnerstagabend auf der Agenda, mit Blick auf die Zukunft: Wie geht’s weiter nach der Ära Merkel? Doch dann kam nach dem Dauerregen die Flut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Kurzerhand wurde der Talk neu betitelt mit „Regenflut und Hitzerekorde – schutzlos in der Klimakrise?“.

Zuerst denkt man wahrscheinlich: Ja, worüber hätte sie denn sonst sprechen sollen, tagesaktueller geht es doch nicht. Aber kaum lief die Sendung, war deutlich zu spüren: Ein Talk mit Menschen, die frischfrisiert im Trockenen sitzen, und dann über Klimapolitik und -ziele debattieren, ist zu diesem Zeitpunkt völlig fehl am Platz und wirkt geradezu abgehoben.

Eifel-Ort mit 740 Einwohnern
Einwohner kehren nach Schuld zurück – und finden ihr Dorf in Trümmern

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In der Nacht zum Donnerstag sind im Eifel-Ort Schuld laut Polizei Koblenz infolge der Überflutungen vier Häuser komplett und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült worden.

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Dazu ist die Katastrophe, sind die Bilder noch zu frisch: Ganze Städte stehen unter Wasser, stehen teilweise völlig isoliert, ganze Landstriche sind überflutet, Häuser eingestürzt, andere vom Einsturz bedroht, Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, es gibt zig Vermisste und Verletzte und schon mehr als 80 Tote. 

Angesichts der Existenznot, der Trauer und der akuten Angst, in der zahlreiche Bürger des Landes gerade leben, sei die Frage erlaubt: Hätte man nicht besser den Talk darauf verwenden können, per Schalte Helfer und Betroffene zu…