Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, ist auf dem Weg ins Katastrophengebiet in Westdeutschland. Das bestätigte eine Parteisprecherin. Baerbock sei wie angekündigt vorzeitig aus ihrem Urlaub zurückgekehrt. »Sie wird sich in der Region in Gesprächen über die Lage informieren und sich ein Bild machen«, sagte die Sprecherin.

Geplant ist demnach unter anderem ein Gespräch mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin von den Grünen, Anne Spiegel. Wohin genau Baerbock außerdem unterwegs ist, gab die Partei nicht bekannt. »Diese Termine werden aber ausdrücklich ohne Pressebegleitung stattfinden«, sagte eine Parteisprecherin. Ein »breit angelegtes Statement« sei am Freitag nicht geplant.

Vorstellbar wären Besuche in Bonn oder Wuppertal, wo mit Katja Dörner und Uwe Schneidewind jeweils grüne Bürgermeister regieren, die unmittelbar Verantwortung für Krisenbewältigung tragen.

Baerbocks Konkurrenten um das Kanzleramt, Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) waren bereits gestern in die von Überflutungen schwer getroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gereist. Laschet trägt aber als Ministerpräsident in NRW unmittelbar Verantwortung für die Nothilfe, Scholz als Bundesfinanzminister mittelbar auch.

Mitteilung per Twitter

Baerbock dagegen als Bundestagsabgeordnete, deren Wahlkreis in Brandenburg liegt, hat vor Ort nichts zu entscheiden. Deshalb warteten die Grünen erst einmal ab. Man wollte vermeiden, dass der Eindruck entsteht, man wolle die Katastrophe für Wahlkampfzwecke instrumentalisieren. Baerbocks Co-Vorsitzender Robert Habeck hatte auf seiner Wahlkampftour an der Nordsee am Donnerstag mehrfach erklärt, jetzt sei die Zeit der Retter, nicht der Politiker zu Besuch.

Baerbock hatte sich am Mittwochabend und im Laufe des Donnerstags mehrfach per Twitter zu Wort gemeldet und unter anderem den Helferinnen und Rettern gedankt, schnelle Hilfen gefordert und ihre Anteilnahme ausgedrückt. Die Partei hatte zudem eine…