Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Toten immer weiter. Nach jüngsten Behördenangaben starben mehr als 100 Menschen. Die Helfer befürchten einen nochmaligen Anstieg der Opferzahlen, denn noch dauert die Suche nach Verschütteten und Vermissten an. Hinzu kommt, dass Gefahr von Talsperren in der Region ausgeht, die überlaufen oder zu brechen drohen. „Die Lage ist nach wie vor dramatisch“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Trier. Aktuell seien allein in Rheinland-Pfalz über 60 Menschen ums Leben gekommen. In Nordrhein-Westfalen ist inzwischen von 43 Toten die Rede.

„Dass so viele Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar.“ Die Rettung der Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen sei zudem schwierig, da der Zugang kaum möglich ist. „Das alles ist eine große, große Herausforderung für unsere Einsatzkräfte, die rund um die Uhr arbeiten“, betonte Dreyer.

Die Sorge steht Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, ins Gesicht geschrieben

„Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde“ sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, so die SPD-Ministerpräsidentin weiter. Sie dankte dem angereisten Vizekanzler Olaf Scholz „für das starke Signal der Solidarität“. „Die Schäden in den Kommunen sind immens“, fügte die Regierungschefin hinzu. „Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite.“

Kein Handy-Netz in vielen Orten

In den Hochwassergebieten besteht zu vielen Menschen immer noch kein Kontakt. Die Mobilfunknetze sind teilweise lahmgelegt. Allein im Keis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz galten zwischenzeitlich 1300 Personen als vermisst. Inzwischen korrigierten die Behörden die Angaben nach unten, ohne sich allerdings genau festzulegen.

Besonders schwer betroffen ist die Region Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Der Ahr-Fluss war an vielen…