Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach wenigen Wochen des Durchatmens verheißt der Blick auf die aktuellen Coronazahlen in dieser Woche leider nichts Gutes. Die Inzidenz steigt, die Corona-Kurve zeigt wieder nach oben, Delta macht sich bemerkbar. Die deutlich ansteckendere Variante beherrscht nun – wie erwartet – auch hierzulande das Infektionsgeschehen.

Trotzdem wird eine mögliche vierte Welle in Deutschland wohl anders verlaufen als die bisherigen. Ein großer Teil der vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Deutschland ist geimpft. Dadurch wird sich das Infektionsgeschehen hin zu jüngeren Menschen verlagern. Das Gesundheitssystem wird deswegen entsprechend wohl nicht so schnell belastet werden wie noch zu Anfang der Pandemie. Ein Grund zur Entwarnung oder aber ein Abschied von der Inzidenzzahl als Parameter der Pandemie, wie ihn manche fordern, ist das aber noch nicht, wie mein Kollege Jörg Römer in diesem Artikel beschrieben hat.

Wie rasend schnell sich die Delta-Variante in der deutlich mobileren jüngeren Bevölkerung ausbreiten kann, zeigt der Blick, den meine Kollegen Steffen Lüdke und Àngel Ferrero nach Spanien geworfen haben. Dort ist Barcelona inzwischen ein absoluter Corona-Hotspot, die Inzidenz liegt dort bei der jungen Bevölkerung bei 1745, die Krankenhäuser in Katalonien füllen sich. Die meisten Menschen, die meine Kollegen für den Artikel gesprochen haben, hatten sich dabei durchaus an die jeweils geltenden Regeln gehalten. Nur waren die offenbar angesichts der Delta-Variante wohl zu locker.

Sind auch wir in Deutschland zu sorglos? Sicher wird sich das wohl erst in ein paar Wochen zeigen. Die bislang schärfste Waffe im Kampf gegen das Virus sind die Impfungen. Welche Quoten in den jeweiligen Altersgruppen erreicht werden müssen, hat meine Kollegin Julia Merlot in diesem Artikel analysiert. Fakt ist: Derzeit verliert die Impfkampagne an Fahrt – dabei müsste sie weiter mit Hochdruck laufen, damit wir in die Nähe einer Herdenimmunität kommen. Die…