Besuch bei Biden
Merkel im Weißen Haus: Der US-Präsident übernimmt wieder die Führung der freien Welt

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden im Oval Office

© Saul Loeb / AFP

von Raphael Geiger
16.07.2021, 10:50 Uhr

Es ist Angela Merkels erster Besuch bei US-Präsident Joe Biden in Washington – und auch ihr letzter als Kanzlerin. Es war ein „freundschaftlicher Austausch“ mit „einer persönlichen Freundin“ – und erinnerte an eine Art Staffelübergabe. 

Nein, Gefühle zu zeigen, das war noch nie so richtig Angela Merkels Ding. Öffentlich emotional wurde sie höchstens einmal während der Flüchtlingskrise. Aber in eigener Sache? Da schaute sie eher spöttisch, wenn mal wieder ein Journalist sein Glück versuchte und ihr eine emotionale Frage stellte. Am Donnerstagabend, bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, versuchte es ein amerikanischer Reporter: Wie die Bundeskanzlerin denn so zurückblicke auf ihre Treffen mit vier Präsidenten, von George W. Bush über Barack Obama und Donald Trump zu Joe Biden? Ob sie da etwas erzählen könne nach ihren 16 Jahren im Amt?

Merkel dachte gar nicht daran, etwas zu erzählen. Sie antwortete: „Wir hatten immer Pressekonferenzen, und Sie alle konnten sich immer überzeugen, wie Sie das wahrgenommen haben.“ Und: „Heute war es ein sehr freundschaftlicher Austausch.“

Mehr hatte sie nicht mitzuteilen. Über eine Detailfrage der Handelsbeziehungen zu China sprach sie deutlich länger. 

Joe Biden wird Angela Merkel vermissen

Dies war Merkels Abschiedsbesuch. Ihr letztes Mal als Kanzlerin im Weißen Haus. Und es war, wie sie betonte, trotzdem vor allem ein Arbeitsbesuch. Es gab viel zu besprechen, von der umstrittenen Ostseepipeline Nordstream 2 über Afghanistan bis hin zum Umgang mit China. Danach, vor der Presse im East Room, war es an Joe Biden, emotional zu werden. Er werde…