Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler noch 1300 Menschen vermisst. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt, es gebe keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. „Wir hoffen, dass sich das klärt“, sagte sie.

Zugleich gab der Kreis bekannt, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen. Die Polizei in Koblenz hatte am späten Nachmittag den Tod von bislang 19 Menschen im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler bestätigt.

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Hubschraubereinsätze auch in der Nacht

Angesichts der ausgefallenen Strom- und Telefonleitungen sind die Folgen der Hochwasserkatastrophe vielerorts weiterhin unübersichtlich. Den ganzen Tag über spielten sich immer neue dramatische Szenen ab. Zahlreiche Menschen flüchteten sich auf die Dächer ihrer Häuser, von wo sie mit Hubschraubern gerettet werden mussten. Auch in der Nacht sind drei nachtflugtaugliche Hubschrauber mit Seilwinden im Einsatz.

Nach wie vor arbeiten mehr als 1000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Katastrophengebiet.

„Weitere Einsatzkräfte, unter anderem Sanitäts- und Transporteinheiten sowie Kräfte der Bundeswehr, wurden nachgefordert“, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung. Es werde intensiv an der Wiederherstellung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung gearbeitet. Das THW beispielsweise bereite den Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor. Rund 3500 Menschen seien aktuell in mehreren Betreuungseinrichtungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht.

rb/AL (AFP, dpa, Kreisverwaltung Ahrweiler)