Perspektiven
Corona: Einige Mutanten dürften noch kommen

Eine rote «Schmelzkurve» zeigt auf einem Monitor im Labor von Bioscientia die «Delta-Variante» des Virus. Foto: Boris Roessler/dpa

© dpa-infocom GmbH

Nichts Genaues weiß man nicht – das gilt auch für den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Doch ein paar Einschätzungen geben Experten auf die Frage, was noch kommen mag.

Epsilon, Lambda, Pi oder Omega: Das griechische Alphabet hält noch 20 Buchstaben bereit, die nach Delta folgen.

Obwohl etwa die Varianten Epsilon und sogar Lambda bereits existieren, reicht das Alphabet noch eine Zeit lang aus, sollte das Coronavirus weiter mutieren und neue relevante Mutanten hervorbringen. Doch wie kann es aus virologischer Sicht weitergehen?

Die Antwort auf diese Frage gleicht einem Blick in die Glaskugel. Dennoch wagen einige Forscher Prognosen und sind sich vor allem in einem Punkt sicher: Das Coronavirus wird sich weiter verändern. Allerdings geht der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, davon aus, dass die Zahl der Varianten «überschaubar» bleibt. Man könne jedoch noch nicht sicher sagen, ob noch relevante Mutanten folgen.

Im Vergleich zu anderen Viren mutiere Sars-CoV-2 langsam, sagt der Professor für Molekulare Virologie an der Uni Heidelberg. Das liege am relativ großen Genom. «Wenn das Genom lang und länger wird, kann man sich nicht mehr viele Fehler erlauben», so Bartenschlager. Die Enzyme des Virus müssten sehr genau arbeiten, viele Fehler würden repariert.

Auch Richard Neher von der Uni Basel ist sicher: «Das Virus wird sich kontinuierlich weiterentwickeln, wie wir das von anderen Coronaviren des Menschen oder von Grippe auch kennen.» Coronaviren aus dem Tierreich seien vor allem in der Region des Spike-Proteins, das außen sitzt und wichtig für die Infektion ist, sehr variabel. Somit sei kein…