1. Der Klimawandel ist für die aktuellen Todesopfer und Unwetterschäden mitverantwortlich, der wegen angeblich unterbliebener Warnberichte attackierte Sender WDR eher nicht

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Steinbachtalsperre

Foto: Marius Becker / dpa

Vermutlich hat sich der amerikanische Schriftsteller Mark Twain keine großen Gedanken über den Unterschied zwischen Wetter und Klima gemacht, als er den in unserer Zeit prophetisch klingenden Satz formulierte: »Jeder schimpft über das Wetter, aber keiner tut was dagegen.« Der heutige Tag ist von vielen schlechten Neuigkeiten über die Folgen der schweren Unwetter in Deutschland geprägt. Am Nachmittag berichteten die Behörden bereits von über 40 bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit Hauseinstürzen, Starkregen und Überschwemmungen, in der besonders hart getroffenen Eifel wurden Dutzende von Menschen vermisst. Und natürlich fragen nicht bloß Journalistinnen und Journalisten, sondern auch viele andere Menschen in Deutschland nun: Hätte man rechtzeitig etwas gegen das von der Wetterkatastrophe verursachte Unglück unternehmen oder es sogar verhindern können?

»Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen«, behauptete die der SPD angehörende Bundesumweltministerin Svenja Schulze heute auf Twitter. »Die Ereignisse zeigen, mit welcher Wucht die Folgen des Klimawandels uns alle treffen können.« Auch Frank-Walter Steinmeier, unser Bundespräsident, äußerte Mitgefühl für die »Bürgerinnen und Bürgern, die ihr Hab und Gut und manche von ihnen auch ihr Dach über dem Kopf verloren haben.«

Mein Reporterkollege Lukas Eberle berichtet aus dem rheinland-pfälzischen Walporzheim von den Aufräumarbeiten – und von einem Katastrophenhelfer, der sagt, er sei seit 38 Jahren im Einsatz und habe kein ähnliches Unwetter erlebt. Und mein Kulturkollege Christian Buß beschäftigt sich mit Vorwürfen, der öffentlich-rechtliche WDR, in dessen Sendegebiet die Schäden besonders groß sind, habe zu wenig vor den Gefahren…