USA-Reise
Merkels Abschiedsbesuch bei Biden – ein Neustart ohne Gefühlsduselei

Zwei, die sich gut verstehen: Kanzlerin Angela Merkel (r.) trifft den damaligen US-Vizepräsident Joe Biden 2013 in Berlin

© Johannes Eisele / AFP

Mehr als 20 Mal ist Angela Merkel in ihrer Amtszeit in die USA geflogen, nun dürfte die Kanzlerin zum letzten Mal im Weißen Haus empfangen werden. Der Besuch bei US-Präsident Biden soll nach den Trump-Jahren einen Neuanfang in den deutsch-amerikanischen Beziehungen markieren.

Viel Wehmut wird sich Angela Merkel kaum anmerken lassen, wenn sie an diesem Donnerstag vom neuen US-Präsidenten Joe Biden empfangen wird. Es dürfte zwar ihr Abschiedsbesuch als Kanzlerin in Washington sein, denn bei der Bundestagswahl Ende September tritt Merkel nicht mehr an. Doch auf der Tagesordnung stehen zu viele wichtige Themen, als dass sich die für ihre Nüchternheit bekannte Kanzlerin gegen Ende ihrer Amtszeit doch noch so etwas wie Gefühlsduselei erlauben dürfte.

Der Blick von Merkel und Biden dürfte nach vorne gerichtet und optimistisch sein, wenn die Kanzlerin zum ersten Mal seit drei Jahren wieder im Weißen Haus empfangen wird. Nach den schwierigen Jahren mit Biden-Vorgänger Donald Trump soll der Besuch einen deutsch-amerikanischen Neuanfang markieren, selbst wenn der Umgang mit manch schwierigem Thema auch mit Biden nicht wirklich leichter geworden ist: etwa das Verhältnis zu China, der Streit um Zölle oder die Zukunft der Welthandelsorganisation WTO.

Merkel und Biden kennen sich gut

Es ist auch ein Treffen zwischen alten Bekannten: Merkel und Biden kennen sich gut aus der Zeit des Amerikaners als Vize-Präsident von Trump-Vorgänger Barack Obama zwischen 2009 und 2017. Der erst seit Januar amtierende Präsident und die langjährige Kanzlerin wirkten denn auch schon vor der Reise fest entschlossen, vor allem die neuen alten…