Währung
EZB macht Weg frei für weitere Arbeiten am digitalen Euro

Die Europäische Zentralbank hat eine Untersuchungsphase für einen digitalen Euro gestartet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Der Erfolg von Bitcoin und Co. lässt das Interesse an einem digitalen Euro wachsen. Bis Europas Verbraucher ihn nutzen können, werden aber noch Jahre vergehen – trotz Vorbereitungen.

Europas Währungshüter heben ihre mehrjährigen Arbeiten an einem digitalen Euro auf die nächste Stufe: Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Mittwoch, in eine 24 Monate dauernde Untersuchungsphase für eine solche Digitalwährung einzutreten, in der es um Aspekte wie Technologie und Datenschutz gehen soll.

Ob eine digitale Version der europäischen Gemeinschaftswährung ergänzend zu Schein und Münze kommen wird, ist damit aber noch nicht entschieden. «Wir werden (…) erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob ein digitaler Euro eingeführt wird oder nicht», erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. «In jedem Fall würde ein digitaler Euro das Bargeld nur ergänzen und nicht ersetzen.»

Bis zur möglichen Einführung eines digitalen Euro wird es somit noch dauern, wie Panetta bekräftigte: Nach Ablauf der zweijährigen Untersuchungsphase wolle die EZB bereit sein, mit der Entwicklung eines digitalen Euro zu beginnen. «Dies könnte rund drei Jahre dauern.» Panetta hatte bereits im Mai gesagt, frühestens im Jahr 2026 sei mit der Einführung eines digitalen Euro zu rechnen.

Ein digitaler Euro könnte es Privatleuten erlauben, Geld direkt bei der Zentralbank zu hinterlegen. Diese Möglichkeit steht normalerweise nur gewerblichen Kreditgebern wie Banken, Regierungen und anderen Zentralbanken offen. Theoretisch denkbar wäre, dass Bürger ein Konto bei der EZB eröffnen. Für wahrscheinlicher halten Experten jedoch, dass elektronische Geldbörsen,…