Es wird der voraussichtlich letzte große US-Besuch der Kanzlerin: Am Donnerstag reist Angela Merkel nach Washington. Am Rande ihres Besuchs in der US-Hauptstadt wird sie dann auch mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris zusammenkommen.

Bei einem gemeinsamen Frühstück sei ein Gedankenaustausch in der Breite der Beziehungen geplant, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin an. Merkel wollte gegen 16 Uhr an Bord eines Regierungs-Airbus zu ihrem Abschiedsbesuch nach Washington fliegen. Bei der Bundestagswahl im September tritt die Kanzlerin nicht mehr an.

Merkel wird Ehrendoktor der Johns-Hopkins-Universität verliehen

Nach dem Treffen mit Harris ist am Donnerstag eine Zusammenkunft Merkels mit Vertreterinnen und Vertretern der US-Wirtschaft geplant. Anschließend wird Merkel mit der Ehrendoktorwürde der Johns-Hopkins-Universität ausgezeichnet. Aus diesem Anlass wird sie auch eine Rede halten. Es ist bereits die 18. entsprechende Auszeichnung für Merkel.

Am Nachmittag (Ortszeit) will US-Präsident Joe Biden die Kanzlerin im Weißen Haus empfangen. Der Besuch soll den Neuanfang in den deutsch-amerikanischen Beziehungen nach einem Tiefpunkt in der Ära von Bidens Vorgänger Donald Trump markieren. Merkel ist die erste Regierungschefin aus Europa, die von Biden seit dessen Amtsantritt im Januar im Weißen Haus empfangen wird.

Eine Prognose zu den Themen von Merkels Gesprächen in Washington wollte Regierungssprecher Seibert nicht abgeben. »Einigermaßen sicher« könne er nur vorhersagen, dass das Verhältnis zur Volksrepublik China zur Sprache kommen werde. Weitere Themen wollte der Sprecher nicht nennen.

»Es ist nicht üblich, dass man vorher sagt, das und das und das wird auf jeden Fall drankommen«, sagte Seibert. »Der Gedanke solcher Gespräche ist ja nicht, dass man starr eine Liste abarbeitet.« Vielmehr gehe es um »tiefe und eingehende Beratungen zu vielen Themen«.