Biolandwirtschaft ist noch immer eine Nische, aber sie wächst: Von insgesamt 262.800 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland ist jeder zehnte inzwischen ein Ökohof. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach ist die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe von 2010 bis 2020 um 58 Prozent auf 26.100 gestiegen.

Davon halten laut Landwirtschaftszählung 17.300 Höfe auch Tiere nach ökologischen Grundsätzen (2010: 12.300). Der Ökoanteil an der Gesamtzahl der 168.800 Betriebe mit Tierhaltung stieg binnen zehn Jahren von sechs auf zehn Prozent.

Die ökologischen Höfe sind meist kleiner als die konventionellen Landwirtschaften, was sich an den geringeren Tierbeständen zeigt. So werden nur acht Prozent der Rinder und fünf Prozent der Hühner in Deutschland nach ökologischen Gesichtspunkten gehalten. Bei Schafen und Ziegen sind die jeweiligen Anteile mit 13 und 33 Prozent zwar höher, sie fallen aber wegen der geringen Tierzahl kaum ins Gewicht. Wenig verbreitet sind Ökoschweine: Nicht einmal jedes Einhundertste lebt auf einem Biobetrieb.

Dabei ist Schweinefleisch das am meisten verzehrte Fleisch in Deutschland. Gründe für den geringen Bioanteil bei Schweinen sind die hohen Anforderungen. Sowohl der Umbau von Ställen als auch die Haltung sind teuer. Zudem müssen Landwirte für Biomastschweine sehr viel Fläche vorweisen. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr nur 1600 Betriebe mit ökologischer Schweinehaltung.

In der ökologischen Landwirtschaft verfolgt der Landwirt das Ziel, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf aufzubauen. Die Tierhaltung ist somit an eine entsprechende Ausstattung an Weideflächen und Flächen für den Futteranbau gekoppelt. Gut die Hälfte der ökologischen Betriebe hatte deshalb ihren Schwerpunkt im Futterbau beziehungsweise der Weideviehhaltung, 27 Prozent betrieben Ackerbau.