Kurz, bevor der Sand beginnt, kniet sich Robert Habeck hin und zieht die braunen Lederschuhe aus. Vor ihm das Watt, weit draußen das Meer, zur Linken ein Leuchtturm und um ihn herum eine große Traube Fotografen und Kameraleute.

Habeck krempelt die Hose hoch. Habeck stapft los, barfuß ins Watt, in der Sonne, im Wind, in seinem Element.

Der Grünen-Chef ist auf Küstentour, was eine Wahlkampftour an der Küste ist, die besser klingt, nach Heimat und Ferne zugleich. Sylt, Amrum, Föhr, nun die Salzwiesen nördlich von Sankt Peter-Ording, begleitet von einem Wattexperten des WWF.

Habeck zupft auf dessen Anweisung ein Kraut aus dem Boden und knabbert es: »Hier müsste man Schaf sein«.

Robert Habeck und der Strand, das ist schon lange eine innige Beziehung. Er kommt aus Schleswig-Holstein, er war Minister für ungefähr alles, was mit Natur zu tun hat, Landwirtschaft, Fischerei, Küstenschutz etwa, und er ist damals schon gern durchs Watt gestapft oder am Strand entlang, mal barfuß, mal mit ausgebreiteten Armen.

Beschmunzelt und kritisiert

Er ist dafür schon beschmunzelt und heftig kritisiert worden: Was für ein Inszenierer! Und hat er nicht auch mal an Pferden geschnuppert (oder waren es Pferde an ihm)? Da schwingt dann mit, das habe keine Substanz, sei Blenderei, oder womöglich gar eitel.

All das ließe sich gegen diese Wattwanderung vorbringen und gegen die ganze Tour, natürlich ist es eine Inszenierung, beinahe die reine, pure Inszenierung, aber damit verpasste man die eigentliche Botschaft dieser Tour, die sich noch mehr als sonst an die eigene Partei richtet.

Die Rückkehr der Inszenierung in den grünen Wahlkampf ist kein Problem, sondern Verheißung. Nichts, was man verbergen möchte, sondern etwas, was man wieder erlernen muss.

Robert Habeck (nicht im Bild) und der Strand von Westerhever: Später spritzt er Wasser mit dem Fuß in Richtung der Fotografen

Foto: Carsten Rehder/ picture-alliance/ dpa

Habeck sagt gern, dass man nicht auf dem…