George W. Bush hat den Truppenabzug aus Afghanistan im Interview mit der Deutschen Welle als Fehler bezeichnet.  „Afghanische Frauen und Mädchen werden unsägliches Leid erleiden“, sagte der ehemalige US-Präsident. Gemeinsam mit seiner Frau, der damaligen First Lady Laura Bush, habe er viel Zeit mit afghanischen Frauen verbracht. Diese seien nun in Angst. „Ich denke an die Dolmetscher und Personen, die nicht nur den US-Truppen, sondern auch den NATO-Truppen geholfen haben. Es scheint, als würden sie jetzt einfach zurückgelassen, um von diesen sehr brutalen Leuten abgeschlachtet zu werden. Das bricht mir das Herz“, sagte Bush der DW. Er sei sich sicher, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sehe das ähnlich.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte der Republikaner Bush als 43. US-Präsident den Einsatz selbst angeordnet. Unter seinem Nachfolger Barack Obama wurde der Al-Kaida-Anführer Osama Bin Laden von einer US-Spezialeinheit getötet. Donald Trump brachte schließlich einen Truppenabzug ins Gespräch und verhandelte mit den Taliban darüber. Der amtierende US-Präsident Joe Biden hat einen Abzug der US-Truppen bis spätestens zum 20. Jahrestag der Terroranschläge angekündigt, der inzwischen größtenteils vollzogen ist. Die Bundeswehr hat ihren Rückzug aus Afghanistan bereits im Juni abgeschlossen.

nob/ehl (DW)