Wenn Topmanager die Aktien ihrer eigenen Firma kaufen, gilt das an der Börse als Vertrauensbeweis. Das geht aber auch umgekehrt: Wann immer sich Vorstände von Aktien ihrer Firma trennen, schauen Anleger genauer hin.

Kein Wunder also, dass das Tübinger Unternehmen Curevac derzeit mit Aktienverkäufen für Schlagzeilen sorgt: Topmanager des Konzerns haben sich im Juni von Aktien im Wert von fast 39 Millionen Dollar getrennt – das zeigen Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC, über die das Nachrichtenportal »Business Insider« zuerst berichtet hat.

Das Pikante: Kurz vor den Verkäufen hatte Curevac mit seinem Impfstoffkandidaten, der damals nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent zeigte, die Börse enttäuscht. Was die Frage aufwirft: Glauben die Manager womöglich nicht mehr an den Erfolg ihrer Firma? Eine Darstellung, der das Unternehmen »entschieden« widerspricht.

Es geht um viel Geld: Laut Meldungen an die US-Börsenaufsicht verkaufte Curevac-Mitgründer Florian von der Mülbe Anteilsscheine für rund 33,8 Millionen Dollar. Von der Mülbe war bis zum 30. Juni der operative Chef des Unternehmens, wurde aber zum 1. Juli in dieser Position abgelöst.

Der amtierende Curevac-Finanzchef Pierre Kemula trennte sich von Aktien für rund zwei Millionen Dollar. Technikvorständin Mariola Fotin-Mleczek und Entwicklungschefin Ulrike Gnad-Vogt verkauften jeweils Aktien für rund 1,4 Millionen Dollar.

Curevac weist die Vorwürfe zurück

Dass Manager ihre Firmenanteile versilbern, ist nicht verwerflich. Doch das Ausmaß der Verkäufe lässt aufhorchen: Verglichen mit Zahlen aus diesem Bericht des Konzerns aus dem April trennte sich Mitgründer von der Mülbe von beinahe der Hälfte seiner Aktien, die drei anderen Manager:innen warfen mehr als 90 Prozent ihrer Papiere auf den Markt. Curevac will diese Prozentanteile nicht gelten lassen. Das Unternehmen argumentiert, dass den Managern noch viele weitere Aktien zustehen, die sie derzeit gar nicht verkaufen dürfen. Die in den Unterlagen an die…