Vermeintliche Insidergeschäfte
Als der Curevac-Impfstoff floppte, verkauften die Bosse ihre Anteile

Curevac-Zentrale in Tübingen

© Bernd Weissbrod / DPA

von Daniel Bakir
14.07.2021, 19:25 Uhr

Kurz nach Bekanntgabe der enttäuschenden Daten für den Curevac-Impfstoff haben Vorstände des Konzerns Aktienpakete für viele Millionen Euro verkauft. Dabei machten sie allerdings ein schlechtes Geschäft.

Der Curevac-Impfstoff ist aus deutscher Sicht die große Enttäuschung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Obwohl die Vakzine wie die von Biontech und Moderna auf der mRNA-Technologie basiert, liegt die Wirksamkeit nur bei knapp 50 Prozent statt über 90 Prozent. Als diese Daten Mitte Juni bekannt wurde, stürzte der Aktienkurs des Tübinger Unternehmens dramatisch ab.

Nun sorgen auffällige Transaktionen des Top-Managements von Curevac rund um dieses Datum für Aufsehen. Denn gleich vier Vorstände des Konzerns haben im Juni parallel große Aktienpakete ihres Unternehmens verkauft und damit rund 39 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) erlöst, wie aus Unterlagen der Börsenaufsicht SEC hervorgeht, über die zuerst der Business Insider berichtete.

Allein der Curevac-Mitgründer und damalige operative Chef Florian von der Mülbe verkaufte Aktien für 33,8 Millionen Dollar. Finanzchef Pierre Kemula trennte sich von Anteilen im Wert von 2,1 Millionen Dollar. Und die Leiterin der Entwicklung Ulrike Gnad-Vogt sowie Technikvorständin Mariola Fotin-Mleczek verdienten mit Aktienverkäufen jeweils rund 1,4 Millionen Dollar. Mülbe, der mittlerweile den Vorstand verlassen hat, stieß auf einen Schlag die Hälfte seiner Curevac-Anteile ab, seine drei Kolleg*innen sogar mehr als 90 Prozent. 

Verkauf erst nach dem Crash

Der Vorgang ist brisant, liegt doch der Verdacht nahe, dass die Curevac-Bosse noch schnell privat abkassieren wollten, ehe der…