Es sind keine guten Nachrichten: Die Zahl der täglich beim Robert Koch-Institut gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 nimmt ab. Erhielten Mitte und Ende Juni 2021 im Sieben-Tage-Mittel oft noch mehr als 800.000 Menschen am Tag eine Impfung gegen Covid-19, sind es derzeit nur noch gut 600.000. Der Anteil der gegen die Krankheit Geimpften in der Gesamtbevölkerung wächst dadurch langsamer.

Dass der Fortschritt stockt, könnte an der Urlaubszeit liegen. Zudem hat noch längst nicht jeder, der bei einem Impfzentrum registriert ist oder beim Arzt auf einer Warteliste steht, ein Impfangebot bekommen. Dennoch wird bereits über eine mögliche (teilweise) Impfpflicht diskutiert. Die Regierung lehnt das bislang ab.

Stattdessen will sie weiter für das Impfen werben. Klar ist: Die Impfquote in Deutschland ist noch zu niedrig, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 ohne jegliche Schutzmaßnahmen in Zaum zu halten – vor allem mit Blick auf den Herbst und Winter und die sich auch hierzulande ausbreitende Delta-Variante. Doch welche Impfquote lässt sich überhaupt erzielen, wenn alle Impfwilligen immunisiert wurden? Reicht das für die Herdenimmunität?

Die Frage der Herdenimmunität

Der Begriff ist leicht irreführend bei Corona. Es ist gut möglich, dass eine Herdenimmunität in dem Sinne, dass sie Ungeimpfte sicher schützt (mehr dazu lesen Sie hier), nie erreicht werden wird. Durch eine hohe Impfquote lassen sich die exponentielle Ausbreitung des Virus und die Krankheitslast insgesamt aber massiv eindämmen – das verringert zumindest das Ansteckungsrisiko von Ungeimpften und ermöglicht es, Gegenmaßnahmen zu lockern.

Hinter dem Prinzip steckt eine simple Rechnung: Geht man davon aus, dass jeder Sars-CoV-2-Infizierte ohne Schutzmaßnahmen im Schnitt drei weitere Personen ansteckt, müssen durch Impfungen zwei dieser drei Ansteckungen (67 Prozent) verhindert werden, damit die exponentielle Ausbreitung des Erregers endet. Jeder Infizierte steckt dann nur noch eine…