Petition in Vorbereitung
Wegen Sklaverei – Jamaika will Milliarden-Entschädigung von Großbritannien

Das undatierte Foto zeigt eine Sklavenauktion auf Jamaika. Sklaven wurden wie eine Ware verkauft

© Soul of Africa Museum / Picture Alliance

von Annette Berger
13.07.2021, 12:43 Uhr

Jamaika war einst ein wichtiger Stützpunkt für den Sklavenhandel. Dafür könnte der Karibikstaat jetzt eine Milliardenentschädigung von Großbritannien verlangen.

Auf Jamaika ist derzeit eine Petition ein viel diskutiertes Thema: Der Karibikstaat plant, Milliarden von Großbritannien einzufordern. Mit dem Geld soll Jamaika für das Leid des Sklavenhandels im 17. und 18. Jahrhundert entschädigt werden.

Initiiert wurde die Petition von dem auf der Insel sehr bekannten Labour-Politiker Mike Henry. Darin wird eine Reparationssumme von 7,6 Milliarden Pfund gefordert, heißt es in mehreren Medien. Die ehemalige britische Kolonie ist zwar seit 1962 unabhängig, jedoch gehört Jamaika weiterhin zum Commonwealth. Offiziell ist damit Königin Elisabeth II das Staatsoberhaupt des Inselstaates.

„Für eine Wiedergutmachung wird es höchste Zeit“, wird Jamaikas Kulturministerin Olivia Grange“ von ITV zitiert. „Unsere afrikanischen Vorfahren wurden mit Gewalt aus ihrer Heimat verschleppt“, unterstrich die Labour-Politikerin. Die Menschen hätten unvorstellbare Grausamkeiten ertragen müssen, um Zwangsarbeit für das britische Weltreich zu leisten.

Jamaika spielte unter britischer Herrschaft Schlüsselrolle im Handel mit Sklaven

Jamaika spielte im Sklavenhandel des 17. und 18. Jahrhunderts eine Schlüsselrolle. Offiziellen Schätzungen zufolge wurden in dieser Zeit 600.000 Menschen aus Afrika auf die Insel verschleppt, erst von den Spaniern und dann von den Briten. Die Insel diente auch als Umschlagplatz für die Zwangsarbeiter, die in der gesamten Karibik vor allem in…