Die Zahl der Todesopfer bei den Krawallen sei auf 32 gestiegen, sagten der Premierminister der Provinz KwaZulu-Natal, Sihle Zikalala, und Polizeibeamte. Die meisten Menschen seien aufgrund einer Massenpanik gestorben, so Zikalala. Bei den Ausschreitungen gab es zudem viele Verletzte. Angesichts einer Überzahl von Plünderern schritt die Polizei an vielen Orten erst relativ spät ein. Die Beamten nahmen rund 750 Personen fest. Die Schäden werden mittlerweile auf eine Milliarde Rand (60 Millionen Euro) geschätzt.

Die Polizei hatte zunächst von mindestens neun Toten berichtet. Polizeiminister Bheki Cele räumte aber ein, dass die Zahlen deutlich höher liegen könnten. Er warnte die Anwohner davor, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Die Ministerin für Staatssicherheit, Ayanda Dlodlo, berichtete, die Sicherheitsbehörden prüften auch Berichte über Attacken gegen Ausländer in der Provinz KwaZulu-Natal sowie Spannungen zwischen den Ethnien. Die nationalen TV-Stationen berichteten über weitere Fälle von Plünderungen.

Schwere Ausschreitungen in der Stadt Durban am Sonntag

Krawalle mit weitreichenden Folgen

Was als Protest gegen die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma begann, hat sich innerhalb weniger Tage zu großflächigen Ausschreitungen entwickelt. Diese hätten wichtige Lieferketten unterbrochen, die Südafrika innerhalb weniger Wochen „einem großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit aussetzten könnten“, warnte Präsident Cyril Ramaphosa in einer Fernsehansprache. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben.

In der ebenfalls stark betroffenen Hafenstadt Durban teilte die Stadtverwaltung mit, dass es wegen der Proteste bei den städtischen Versorgungsdiensten – etwa der Wasserversorgung – zu Problemen kommen könne. Dringende Reparaturarbeiten könnten nicht ausgeführt werden.

Viele Brandstiftungen

Von den Gewaltausbrüchen betroffen sind vor allem die nördliche Provinz Gauteng mit der…