Gegen zwei Uhr nachts wurden die Aktivistinnen und Aktivisten am Leipziger Flughafen in Gewahrsam der Polizei genommen. Mehrere Stunden hatten die Protestler ausgeharrt und eine Zufahrt für DHL-Lkw blockiert. Der Logistikkonzern klagte später, dass mehrere seiner Flugzeuge zu spät hätten abheben können und der internationale Flugplan durcheinander gebracht worden sei.

Die Aktion war die neueste Volte von Klimaaktivisten aus dem Leipziger Raum, und sie provozierte heftige Reaktionen. Die Polizei sprach in der Nacht von einem »Millionenschaden«, DHL erstattete Anzeige. Für Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Aktion »Grenzen überschritten«: »Ich glaube, die Mehrzahl der Menschen in Sachsen würde sagen: Recht wäre, wenn die Blockierer den Millionenschaden bezahlten.« Auch Sachsens Wirtschaftsminister und SPD-Landeschef Martin Dulig verurteilte den Protest als »inakzeptabel«.

Doch was ist eigentlich am Flughafen in der Samstagnacht passiert? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wieso wird der Flughafen Halle-Leipzig ausgebaut?

Der Airport ist inzwischen der zweitgrößte deutsche Frachtflughafen Deutschlands nach Frankfurt am Main und soll noch weiter expandieren. So will DHL sein großes Logistik-Drehkreuz von 60 auf bis zu 100 Stellplätze erweitern. 300 Millionen Euro soll das kosten, die Zahl der Starts und Landungen von bisher 80.000 im Jahr auf bis zu 130.000 steigen. Derzeit läuft noch das Planfeststellungsverfahren.

Der Ausbau des Flughafens, der größtenteils den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt gehört, wird auch vom Bund befürwortet. So heißt es im Koalitionsvertrag der Großen Koalition von 2018, man wolle für den Flughafen Leipzig-Halle »die Frachtfluglanderechte erweitern«.

Wieso sind die Demonstranten dagegen?

Bürgerinitiativen, Klimaaktivisten und mindestens ein Landtagsabgeordneter haben sich zusammengetan, um das Vorhaben zu stoppen. Die Motive dafür sind unterschiedlich. So warnen Anwohnerinnen und Anwohner…