Wenige Monate nach einem verheerenden Brand in einem irakischen Krankenhaus sind bei einer ähnlichen Tragödie im Land erneut Dutzende Menschen ums Leben gekommen. In Nassirija im Südirak starben mindestens 41 Menschen, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Einsatzkräfte suchten in der Nacht nach weiteren Leichen. Das Imam al-Hussein Lehrkrankenhaus lag in verkohltem Schutt, nachdem der Brand gelöscht wurde. Das Feuer brach ersten Erkenntnissen zufolge in einem Teil der Klinik aus, der in der Corona-Pandemie zur Isolierung von COVID-Patienten gebaut wurde. Darin war auf 600 Quadratmetern unter anderem Platz für bis zu 100 Betten. Ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde sagte, in der Isolierstation hätten sich 63 an COVID-19 Erkrankte befunden.

War es eine Sauerstoffflasche, die den Brand auslöste? (Archivfoto)

Gefährliche Sauerstoffflaschen

Zeugen berichteten, das Feuer sei durch die Explosion einer Sauerstoffflasche ausgebrochen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Erst im April waren 82 Menschen ums Leben gekommen, nachdem in einer Klinik in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein Feuer ausgebrochen war. Dort war in einer Station für Corona-Patienten laut Berichten tatsächlich eine Sauerstoffflasche explodiert.

Rücktrittsforderungen

Dutzende Demonstranten protestierten nach dem Brand vor dem Krankenhaus. „Die (politischen) Parteien haben uns verbrannt“, skandierten sie. In den Online-Netzwerken forderten zahlreiche Nutzer den Rücktritt von ranghohen Politikern. Iraks Regierungschef Mustafa al-Kasimi hielt eine Dringlichkeitssitzung mit Ministern und Sicherheitschefs ab, um die Ursachen des Feuers zu ermitteln, wie sein Büro mitteilte.

Im Irak wurden bisher rund 1,4 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Impfungen kommen dort nur langsam voran. Der Statistik-Website Our World in Data zufolge haben weniger als zwei Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

fab/fw (dpa, afp)