Wahlkampf in den USA
„Woke-sein ist ein Problem“: Demokraten gehen auf Distanz zu den Linken in der Partei

Ein erklärter Freund der Polizei: Eric Adams im Wahlkampf

© Spencer Platt/Getty Images/ / AFP

von Niels Kruse
12.07.2021, 11:17 Uhr

Der Begriff „woke“ ist für die einen Hoffnung auf ein diskrimienrungsfreies Leben, für andere akademischer Snobismus. Ausgerechnet die Demokraten, bei denen identitätspolitische Haltung Pflicht ist, distanzieren sich von den Gerechtigkeitskämpfern.

Mittlerweile kommt auch in Deutschland kaum noch jemand an den Aufgeregtheiten der Identitätspolitik vorbei. Der „Spiegel“ titelt in seiner neuen Ausgabe: „Aufstand gegen den alten weißen Mann. Gendersprache, Quoten, Tabus – Fortschritt oder neue Ungerechtigkeit?“ In der Geschichte selbst wird eine Studie der Uni Münster erwähnt, die „erstmals den Nachweis erbracht hat“, dass Identitätspolitik spaltet. Und zwar europaweit. „Der Politik empfehlen wir daher, sich nicht auf eine Seite der polarisierten Positionen zu schlagen“, heißt es darin, die einer Aufforderung zu aalglattem Opportunismus gleicht.

Skepsis an „woker“ Politik

Doch ausgerechnet in den USA, wo es an identitätspolitischen Haltungen – egal ob rechte oder linke – schon lange kein Vorbeikommen mehr gibt, beginnen manche Wahlkämpfer, den Rat zu beherzigen. Es sind auch noch die Demokraten, die beginnen, sich von „woken“ Ideen und Vertretern zu distanzieren. „Woke“ heißt soviel wie wachsam, erwacht, aufmerksam und ist eine Weiterentwicklung von „politisch korrekt“. Menschen, die „woke“ sind, gendern und prangern Rassismus an, sie fordern Quoten für Minderheiten und sensible Sprache. Im Grunde führen sie nur eine Art Kampf für mehr Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung.

Doch ihr Selbstverständnis und die Wahl der Waffen stoßen zunehmend auf Kritik, selbst bei Linken und Linksliberalen….