Der Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen will in Südthüringen für die CDU in den Bundestag. Aber er hat einen ernstzunehmenden Kontrahenten: der ehemalige Biathlet und Olympiasieger Frank Ullrich. Er tritt für die SPD an – und hat gute Chancen.

Er will Hans-Georg Maaßen den Wahlkreis Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg streitig machen: Frank Ullrich, ehemaliger Biathlet und Olympiasieger. Der 63-Jährige tritt in Südthüringen für die SPD an, das Direktmandat zu gewinnen und damit in den Bundestag einzuziehen.

Dabei könnte ihm sein sportlicher Ehrgeiz helfen: Ullrich ist neunfacher Weltmeister, vierfacher Gesamtweltcup-Gewinner und gewann 1980 in Lake Placid sogar eine Goldmedaille für die DDR. Von 2012 bis 2015 war er zudem Bundestrainer der Ski-Langläufer. Anfang Februar dieses Jahres trat er in die SPD ein. „Er war ein alter Sozialdemokrat und hat mir diese Werte mitgegeben“, erzählt Ullrich über seinem Großvater in der SPD-Zeitung „Vorwärts“. 2010 nahm Ullrich als Wahlmann für die SPD an der Bundesversammlung teil, die den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin wählt. „Damals habe ich schon gespürt: Wenn, kann es für mich nur die SPD sein.“

Vom Biathleten zum Maaßen-Konkurrent

Er wurde Stadtrat, 2019 kandidierte er für den Landtag in Thüringen. Doch der Einzug gelang nicht, ein AfD-Kandidat lag knapp vor Ullrich. Jetzt soll es eine Stufe höher sein: der Bundestag. „Ich gehe ins Rennen um das Direktmandat und kämpfe bis zur Ziellinie. Ich gehe auch offensiv damit um, aber man darf nicht überheblich werden. Auch als Sportler habe ich immer gesagt: Wenn du auf dem Siegerpodest warst, gehe so schnell wie möglich wieder runter und erde dich“, sagte er „Vorwärts“.

Eigentlich sollte er gegen den CDU-Kandidaten Mark Hauptmann antreten, der den Wahlkreis bislang im Bundestag vertrat. Doch der trat wegen der…