Der Betrag ist fast schon lächerlich klein: Für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gibt die Menschheit nur zwischen 78 und 143 Milliarden Dollar jährlich aus – oder anders gesagt: 0,1 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. So hat es der Wirtschaftswissenschaftler Partha Dasgupta von der University of Cambridge Anfang dieses Jahres vorgerechnet.

Wie der Kampf gegen den dramatischen Verlust von Arten, Lebensraum und der Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) trotzdem gelingen kann, darüber sprechen die Vertragsstaaten der Uno-Konvention nun im Oktober. Bei einer Konferenz im südwestchinesischen Kunming wollen sie eine Strategie für das nächste Jahrzehnt beschließen. Der erste Entwurf, der am Montag veröffentlicht wurde, sieht vor, bis 2030 mindestens 30 Prozent der für Biodiversität besonders wichtigen Landflächen und Meere zu bewahren und zu schützen. Ziel der Strategie sei, bis 2050 »im Einklang mit der Natur zu leben«.

Der Text des Abkommens soll über den Sommer weiterverhandelt und auf der Konferenz beschlossen werden. Allerdings haben sich die Vertragsstaaten schon früher ehrgeizige Ziele gesetzt und nicht eingehalten. So wurden bereits die bis 2020 festgelegten Vorgaben verfehlt, wie ein großer Bericht zum Zustand der Biodiversität in dem Jahr feststellte.

Ziel müsse sein, dass sich die Trends beim Verlust der Biodiversität bis 2030 zumindest nicht mehr verstärken, so die Leiterin des CBD-Sekretariats, Elizabeth Maruma Mrema. In den folgenden zwei Jahrzehnten müsse dann eine Erholung der Ökosysteme ermöglicht werden, um bis 2050 unterm Strich Verbesserungen zu erreichen.

Wegen des Ausbruchs des Coronavirus war die ursprünglich im Herbst 2020 geplante Biodiversitäts-Konferenz auf dieses Jahr verschoben worden. Wie das Risiko von Pandemien auch über Naturschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt verringert werden kann, ist nun als zusätzliches Thema für die Verhandlungen hinzugekommen.

Weniger Plastikmüll, weniger…