Heute blicken wir auf die untätige und damit überflüssige Kultusministerkonferenz, auf Angela Merkels Verhandlungen, um Nord Stream 2 zu retten, und auf eine italienische Heldenfigur.

Wo bleibt der Schulgipfel?

Es ist schon erstaunlich, dass es Bereiche in der Politik gibt, die schlicht nicht funktionieren, obwohl es jeden Tag mahnende Äußerungen gibt, dass sie nicht funktionieren. Die Schulen in der Pandemie gehören dazu, sie stehen seit Monaten im Zentrum der Kritik – und nichts ändert sich. Oder können Sie sagen, wie genau es in wenigen Wochen mit dem Schulunterricht Ihrer Kinder weitergeht? Ich kann es nicht.

Bild vergrößern

Schülerinnen und Schüler im Unterricht in Stuttgart: Appell für Präsenzunterricht

Foto: Michael Weber IMAGEPOWER / imago images/Michael Weber

Mitte Juni hat die Kultusministerkonferenz »Empfehlungen« für den Schulbetrieb im neuen Jahr vorgelegt. Es ist ein Appell für den Präsenzunterricht, der an Floskeldichte und Belanglosigkeit kaum zu übertreffen ist. Wie ein solcher Unterricht in der vierten Infektionswelle klug gestaltet werden könnte, steht jedenfalls nicht in diesem Papier. Das Wort Delta-Variante taucht kein einziges Mal auf, das Wort Luftfilter auch nicht. Man fragt sich, ob sich die Autoren vielleicht versehentlich mit der Grippe beschäftigt haben und nicht mit dem Coronavirus.

Wäre es für die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder nicht angebracht, demnächst zu einer Sondersitzung zusammenzukommen, um auf die Fragen, die man jeden Tag in der Zeitung lesen kann, endlich Antworten zu finden? Vielleicht gleich im Kanzleramt wie im letzten September? Andernfalls könnte man zu dem Schluss kommen, dass es die Kultusministerkonferenz mangels Kreativität und Durchsetzungskraft vielleicht gar nicht braucht.

Statt selbst Antworten zu geben, verweisen Politikerinnen und Politiker in diesen Tagen gerne auf die Ständige Impfkommission (Stiko), die bis heute keine generelle Empfehlung zum Impfen…