Zwei teils mehr als 3000 Meter hohe Gebirgsketten grenzen das Tal des Todes ein. Aus dem wolkenlosen Himmel brennt die Sonne und heizt das Gebiet dazwischen unerbittlich auf. Im Death Valley im US-Bundesstaat Kalifornien werden immer wieder Extremtemperaturen gemessen. Am Wochenende wurde nun aber womöglich ein neuer Rekord aufgestellt: Am Sonntagnachmittag Ortszeit zeigte das Thermometer am Furnace Creek Visitors Center 134 Grad Fahrenheit an, also 56,7 Grad Celsius.

Offiziell bestätigt ist die Messung noch nicht. Es ist möglich, dass sie noch minimal nach unten korrigiert wird. In jedem Fall handelt es sich aber um eine der höchsten je auf der Erde gemessenen Temperaturen. Der US-Wetterdienst, er ist für die offizielle Temperaturbestimmung zuständig, maß in der Region am Samstag immerhin 130 Grad Fahrenheit beziehungsweise 54,4 Grad Celsius.

Selbst das wäre im Fall einer Bestätigung durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) – zusammen mit einer ebenfalls noch zu validierenden Messung aus dem vergangenen August – mindestens der dritthöchste bekannte Temperaturwert aller Zeiten. An den Messungen auf den Plätzen eins uns zwei der Rangliste (Platz 1: Death Valley, 10. Juli 1913, 56,7 Grad Celsius, Platz 2: Kebili in Tunesien, 7. Juli 1931, 55,0 Grad Celsius) gibt es außerdem Zweifel.

Auch in den kommenden Tagen dürften die Temperaturen im Death Valley im Bereich möglicher Rekorde liegen. Die Extremtemperaturen betreffen freilich nicht nur das Wüstental, in dem man sie im Prinzip ja gewohnt ist. Für rund 30 Millionen Menschen im Westen der USA hat der Wetterdienst des Landes teils dramatische Hitzewarnungen herausgegeben.

Inzwischen sagen die Meteorologen sogar die nächste Runde an Extremtemperaturen voraus. Sorge bereitet ihnen dabei, dass auch die Nächte besonders warm bleiben sollen – so verstärke sich der Effekt: »Die Menschen sind nicht in der Lage, sich abzukühlen, es ist viel schwieriger, Erleichterung zu bekommen«, so Sarah Rogowski…