Meinung

EM 2021
Ein Foul nach dem anderem: Diese englischen Fans hätten den Titel nicht verdient gehabt

Würden Sie diesen Inselbewohnern ein Trikot abkaufen wollen? Englische Fans beim EM-Finale in Wembley

© Carl Recine / AFP

von Niels Kruse
12.07.2021, 15:39 Uhr

Sie buhen bei den Hymnen, lachen ein weinendes Mädchen aus und blenden den gegnerischen Torhüter: So attraktiv die englische Mannschaft gespielt hat, so unappetitlich waren ihre Fans. Ihnen sei die Niederlage ihrer „Three Lions“ gegönnt.   

Eigentlich war ja alles angerichtet für den ersten Erfolg der „Three Lions“ seit sehr, sehr langer Zeit: Wer, wenn nicht diese Mannschaft hätte das Zeug zum Europameister? Allein der Sturm aus Harry Kane und Raheem Sterling. Dazu die Abwehr – gerade einmal zwei Tore hat sie bis zur 120. Minute des Finales zugelassen. Dazu wurde Erzrivale Deutschland mühelos mit 2:0 abgefertigt und auch der Turnierbaum meinte es gut mit dem Team. Sechs von sieben Spielen fanden vor heimischem Publikum statt, Höhepunkt das Endspiel in Wembley, dem Stadion gewordenen Fußballtraum. Doch dann scheiterten Southgates Jungs im, nun ja, Elfmeterschießen. Also alles wie immer. Nur das Mitleid hält sich dieses Mal in Grenzen, denn wenn jemand den Titel nicht verdient gehabt hätte, dann sind es die englischen Fans.

Land der Hooligans und des Fair-Play

Zwar ist das Land Heimat von Hooligans und Weltkriegsrhetorik, aber eben auch von Fair Play und Gänsehaut-Gesängen. Selten aber haben sich die Anhänger der Nationalmannschaft unappetitlicher aufgeführt als in den vergangenen vier EM-Wochen. Der traurige Höhepunkt fand nach dem Schlussakkord statt, als die Elfmeter-Unglücksraben Bukayo Saka, Jadon Sancho und Marcus Rashford, allesamt dunkelhäutig, in den sozialen Netzen übelst beschimpft und beleidigt wurden – von den eigenen „Fans“. Der Fußballverband sprach von „widerlichem Verhalten“…