Mindestens 49 verkohlte Leichen seien im verschlossenen vierten Stock des sechsgeschossigen Gebäudes geborgen worden, sagte der Feuerwehrsprecher Abdullah Al Arefin. Drei weitere Tote waren am Donnerstag gleich nach Ausbruch des Brandes in der Industriestadt Rupganj entdeckt worden. Etwa 30 Menschen erlitten Verletzungen, oftmals bei Sprüngen aus oberen Stockwerken, um sich vor den Flammen zu retten. Die Brandursache ist noch unklar.

Die Hashem-Fabrik, in der unter anderem Säfte und Softdrinks hergestellt wurden, liegt etwa 25 Kilometer östlich von Dhaka, der Hauptstadt des südasiatischen Landes. Leicht brennbares Material wie Folienpapier, Harz und Plastikflaschen hatte das Inferno verstärkt. Mindestens 25 Menschen, die auf das Dach des Gebäudes geflohen waren, hätten lebend geborgen werden können, sagte Arefin. Aber der vierte Stock sei verschlossen gewesen, so dass die Arbeiter dort in der Falle saßen. „Wir hätten auch sie retten können, wenn sie es aufs Dach geschafft hätten“, sagte Arefin. Er fügte hinzu, dass in Kürze die fünfte und sechste Etage durchsucht würden.

Schwerarbeit für die Feuerwehr in der brennenden Fabrik

Zunächst hatte der örtliche Polizeichef Jayedul Alam von drei Todesopfern gesprochen. Die Opferbilanz musste inzwischen deutlich heraufgesetzt werden und könnte weiter steigen. Im Fernsehen sagten Beschäftigte, sie hätten das Schloss eines Tors aufgebrochen, um aus der Fabrik zu fliehen. Als das Feuer ausbrach, seien mindesten 1000 Mitarbeiter im Werk gewesen. Die Behörden setzten ein Untersuchungsteam ein. Von Seite der Fabrikleitung lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Besorgte Angehörige

Hunderte Fabrikarbeiter und Angehörige versammelten sich auf der Suche nach Vermissten vor dem brennenden Gebäude. „Wir sind hergekommen, weil unsere Nichte seit einer Weile unsere Anrufe nicht entgegengenommen hat“, sagte Nazrul Islam. „Jetzt klingelt ihr Telefon gar nicht mehr. Wir sind besorgt.“

In Bangladesch gibt es immer wieder…