Die Lage der Lufthansa ist aus Sicht der Gewerkschaft Verdi sehr angespannt. »Die Strecken, die die Lufthansa fliegt, kann sie derzeit kostendeckend fliegen, Gewinne können aber noch nicht erzielt werden«, sagte Bundesvorständin und Lufthansa-Aufsichtsrätin Christine Behle. Verdi unterstütze daher die geplante Kapitalerhöhung deutlich. Die Erholung des Luftverkehrs brauche Zeit. »Wenn es aber eine Fluggesellschaft schafft, dann die Lufthansa«, sagte Behle.

Mit Blick auf das Rettungspaket der Bundesregierung für die Airline, die wegen massiver Buchungseinbrüche in der Coronakrise in Probleme geriet, betonte Behle, wie wichtig die Kapitalerhöhung sei. Mit den neuen Anteilen sollen vorrangig stille Beteiligungen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes abgelöst werden, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr angekündigt hatte. Dieser Teil der Staatshilfe ist für das Unternehmen nicht billig, sondern kostet im laufenden Jahr vier Prozent und im kommenden Jahr schon fünf Prozent Zinsen.

Die Lufthansa will die staatlichen Milliardenhilfen aus der Coronakrise vor der Bundestagswahl zurückzahlen, hatte Spohr betont. »Wir waren eines der ersten Unternehmen, das von der Bundesregierung gerettet wurde«, sagte er. »Wir wollen auch eines der ersten Unternehmen sein, das die Rettungsmittel zurückzahlt.«

Unklare Beteiligung des Bundes

Auf der Lufthansa-Hauptversammlung Anfang Mai hatten die Aktionäre dem Unternehmen grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 5,5 Milliarden Euro in den nächsten Jahren gegeben. »Ich bin zuversichtlich, dass sich viele Aktionäre und unter ihnen viele Beschäftigte an einer solchen Maßnahme beteiligen würden«, sagte Behle. Offen ist, inwieweit sich der Bund über den WSF ebenfalls beteiligt.

Die Verdi-Vorsändin warnte allerdings auch, der Lufthansa-Vorstand dürfe den Bogen beim Sparen der Personalkosten nicht überspannen. »Der Anteil der Personalkosten liegt bei unter 20 Prozent. Das ist im Vergleich zu den…