G20-Staaten
Finanzminister fordern mehr Kooperation bei CO2-Preisen

«Wir verfolgen alle das gleiche Ziel»: Olaf Scholz. Foto: Martin Schutt/dpa/Archiv

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Die großen Industrieländer wollen Steueroasen austrocknen und dafür eine globale Reform voranbringen. Erstmal aber ging es in Venedig um das Mega-Thema Klimaschutz.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und weitere Finanzminister aus G20-Staaten fordern mehr internationale Kooperation in der Klimapolitik.

In vielen Ländern gebe es gerade die Debatte, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen teurer zu machen, sagte Scholz am Freitag bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Venedig. «Wir verfolgen alle das gleiche Ziel.» Das müsse international aber besser koordiniert werden. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire schlug einen internationalen Mindestpreis für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) vor.

Mehrere Staaten hatten zuletzt individuell CO2-Preise eingeführt. In Deutschland gibt es ihn seit Jahresbeginn im Verkehr und beim Heizen. Derzeit werden pro Tonne CO2 25 Euro fällig, bis 2025 soll der Preis aber schrittweise auf 55 Euro steigen. Indem Diesel, Benzin, Heizöl und Gas teurer werden, sollen Bürger und Industrie zum Umstieg auf umweltfreundlichere Alternativen bewegt werden.

Le Maire schlug vor, sich international auf eine Untergrenze für die CO2-Bepreisung zu einigen. Andernfalls – etwa wenn einige Länder hohe CO2-Preise hätten und andere gar keine – drohe eine Verlagerung von Emissionen und damit auch Industrieproduktion ins billigere Ausland. «Ein fairer und effizienter CO2-Preis sollte ein globaler CO2-Preis sein», sagte Le Maire.

Auch Scholz betonte, die Länder müssten global an einem Strang ziehen, um das sogenannte Carbon Leakage, die Verlagerung von Emissionen in günstigere Länder, zu verhindern. Es dürfe nicht zu einem…