Die Statistik spricht für ein enges Duell. 27-mal standen sich Italien und England gegenüber, zehnmal gewann Italien, achtmal England, zudem gab es neun Unentschieden. Die letzten beiden Länderspiele endeten 2015 und 2018 jeweils 1:1. Bei Europameisterschaften standen sich die Teams bisher zweimal gegenüber, beide Male siegte Italien: 1980 in der Gruppenphase (1:0) und 2012 im Viertelfinale (4:2 im Elfmeterschießen).

Welche Faktoren könnten das Finale der Europameisterschaft 2021 am Sonntag in Wembley entscheiden?

Vorteil England: die Fans

Eigentlich ist diese paneuropäische Europameisterschaft in elf Staaten eine Heim-EM der Engländer. Fünf der sechs bisherigen Spiele bestritten die „Three Lions“ im Wembleystadion in London. Lediglich zum Viertelfinale mussten sie nach Rom reisen.

„Ich habe so eine Stimmung im neuen Wembley noch nie erlebt“ (Englands Trainer Gareth Southgate nach dem Halbfinale)

Wegen der coronabedingten Einreisebeschränkungen nach Großbritannien ist klar, dass die überwiegende Zahl der rund 60.000 Zuschauer im Finale Fans der englischen Mannschaft sein werden. Wie schon im Halbfinale gegen Dänemark werden sie mit ihren Gesängen und Anfeuerungsrufen für Gänsehaut-Atmosphäre sorgen und ihr Team lautstark nach vorne peitschen.

Vorteil Italien: der Zusammenhalt

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini ist es gelungen, das Team zu einer verschworenen Einheit zusammenzuschweißen. Das zeigt sich schon vor jedem Spiel: Keine Mannschaft singt mit so viel Inbrunst die Nationalhymne wie die Italiener. Und auch danach demonstrieren die Spieler um den charismatischen Kapitän Giorgio Chiellini in jeder Situation, dass sie zusammenhalten wie Pech und Schwefel.

Alle für einen, einer für alle – Italiens Team nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien

Seitdem im Viertelfinale gegen Belgien der bis dahin überragende Linksverteidiger Leonardo Spinazzola wegen eines Achillessehnenrisses ausfiel, nutzen sie jede Gelegenheit, um ihm und der Welt…