heute geht es gleich zweimal um Annalena Baerbock und einmal um die Eltern, die mit dem Coronaschutz für ihre Kinder allein gelassen werden. Und außerdem um den vermeintlichen Sieg der Engländer.

Die Impf-Entscheidung: Eltern werden allein gelassen

Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes: »Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.« Es ist gut, schön und richtig, dass die staatliche Gemeinschaft hier Wache steht, aber sie tut gerade wenig dafür, Eltern dabei zu helfen, eine richtige Entscheidung darüber zu treffen, wie sie ihre Kinder gegen Corona schützen können.

Der überwiegende Teil der Kinder fällt nicht unter die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Für Kinder unter zwölf Jahren und auch für Kitakinder ist noch kein Impfstoff zugelassen worden. Schülerinnen und Schüler sollten ab Herbst auch unbedingt wieder die Schule besuchen. Die Schulen wiederum sind im bereits vorangeschrittenen zweiten Jahr der Pandemie aber immer noch nicht entsprechend ausgerüstet. Die Debatten drehen sich im Kreis: Ob Luftfilter das richtige und ausreichende Mittel sind, wer zu welchem Anteil die Kosten übernimmt, welche Modelle überhaupt geeignet sind und gefördert werden sollten.

Nun sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch noch, die Kinder sollten selbst entscheiden, ob sie geimpft würden. Die gute Absicht ist hier zu erkennen, der Minister will und muss das Impfen befördern und die Herdenimmunität zumindest anpeilen – aber Minderjährigen eine Entscheidung zu überlassen, die schon Erwachsenen alles andere als leicht gemacht wird, geht dann doch zu weit. Kinder müssen informiert, angehört und in ihren Einschätzungen und Wünschen ernst genommen werden, aber in existenziellen Fragen sollten sie die Verantwortung abgeben dürfen.

Natürlich: Die Lage ist zu kompliziert, als dass es die eine klare Richtung geben kann. Dennoch sollten…