Die nun auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus scheint Antikörpern von Erstgeimpften und ungeimpften Genesenen teilweise zu entkommen. Die zweite Impfdosis ist daher für einen ausreichenden Schutz gegen Delta obligatorisch. Darauf liefert eine Studie im Fachblatt »Nature« weitere Hinweise.

Die Delta-Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und hat sich in vielen Ländern weltweit ausgebreitet. Sie gilt als deutlich ansteckender als bisherige Varianten und ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft worden. Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Delta-Variante mittlerweile auch in Deutschland vorherrschend. Ihr Anteil nimmt demnach weiterhin stark zu und hat sich zuletzt von 37 auf 59 Prozent innerhalb einer Woche erneut fast verdoppelt – bei weiterhin geringen absoluten Zahlen.

Erste Daten hatten gezeigt, dass die zugelassenen Impfstoffe bei vollständiger Impfung auch gegen die Delta-Variante wirken. Auch die »Nature«-Studie fand nun Hinweise darauf, dass ein vollständiger Impfschutz notwendig ist, um die Delta-Variante zu bekämpfen. In den Laborversuchen seien die nach einer Einzeldosis der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca gebildeten Antikörper kaum in der Lage gewesen, an die zuerst in Indien entdeckte Mutante zu binden und sie unschädlich zu machen, berichten die Forschenden um Olivier Schwartz vom Institut Pasteur in Paris. Eine effiziente Reaktion gegen Delta hätten beide Vakzinen erst nach der zweiten Dosis hervorgerufen – bei 95 Prozent der Personen. Nach einer Dosis war das nur bei zehn Prozent so.

Impfung auch für Genesene wichtig

Auch Antikörper in Blutproben von ungeimpften Genesenen sind laut der Studie im Vergleich zur Alpha-Variante weniger gut in der Lage, an Delta zu binden. Nach Analysen von Proben von Genesenen, die bereits eine Impfung erhalten hatten, deuteten nach Angaben der Forschenden die Ergebnisse stark darauf hin, dass ein solcher Booster…