Kritik von US-Botschaft
Israel zerstört Haus von mutmaßlichem Attentäter

Die israelische Armee zerstört das Haus eines mutmaßlichen palästinensischen Attentäters. Foto: Nasser Nasser/AP/dpa

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Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Zerstörung der Häuser von Straftätern als Kollektivstrafe und Verstoß gegen das Völkerrecht. Israel hat diese Abschreckungsmaßnahme erneut benutzt.

Israel hat das Haus eines mutmaßlichen palästinensischen Attentäters im besetzten Westjordanland zerstört. Der Palästinenser sei verantwortlich für einen tödlichen Anschlag Anfang Mai, teilte die Armee mit.

Während der Häuserzerstörung nahe der Stadt Ramallah sei es zu Unruhen mit rund 200 Palästinensern gekommen, die Steine und Feuerwerkskörper nach den Soldaten geworfen hätten. Bei dem Anschlag Anfang Mai waren drei israelische Religionsstudenten südlich der Palästinenserstadt Nablus durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Wagen getroffen worden. Einer der Israelis starb später im Krankenhaus.

Der mutmaßliche Täter sitzt im Gefängnis und wurde laut Medienberichten wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Den Berichten zufolge besitzt er auch einen amerikanischen Pass. Eine Sprecherin der US-Botschaft in Jerusalem kritisierte die Hauszerstörung. Es sei entscheidend, dass «alle Seiten einseitige Schritte unterlassen, die die Spannungen verschärfen und Bemühungen untergraben, eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung voranzutreiben».

Israel setzt Häuserzerstörungen als Abschreckungsmaßnahme ein. Von Menschenrechtsorganisationen wird diese Kollektivstrafe als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht eingestuft.

dpa

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