Was der Klimawandel für manche Teile der Menschheit bedeutet, hat die jüngste Hitzewelle in Nordamerika gezeigt. Wohl Hunderte Menschen starben durch die extremen Temperaturen bis zu 50 Grad im Westen von Kanada und der USA, weil eine Hitzeglocke tagelang heiße Luft über der Region hielt. Ein Temperaturrekord nach dem anderen wurde aufgestellt.

Auch in Deutschland kostet die Erderwärmung schon Menschenleben. Laut einer Studie führen immer mehr Hitzetage und eine alternde Bevölkerung zu rund 20.000 Todesfällen jährlich. Und laut einer neuen Studie werden global auch Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber oder Malaria langfristig deutlich zunehmen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Für die Studie haben Forscherinnen und Forscher der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) simuliert, wie sich der Klimawandel auf die Ausbreitung dieser Krankheiten auswirken würde. Demnach könnten im schlimmsten Fall bis ins Jahr 2080 mehr als acht Milliarden Menschen in Risikoregionen leben. Zumindest, wenn sich die Erderwärmung ungemindert fortsetzt und die Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen weiter ansteigen. Im Vergleich zu den Krankheitsdaten von 1970 bis 1999 wären dann 4,7 Milliarden Menschen mehr betroffen als in diesem Zeitraum. Und das in Regionen, wo die Gesundheitssysteme teilweise wohl nicht auf größere Ausbrüche vorbereitet sind.

Der Grund liegt zum einen im Bevölkerungswachstum. Für die Studie gingen die Forscher von einem Zuwachs von rund 4,5 Milliarden Menschen aus. Zudem begünstigt ein wärmeres Klima die Ausbreitung der Lebensräume von Stechmücken. Denn die Malaria übertragenden Anopheles-Mücken sowie die für Dengue verantwortlichen Aedes-Mücken bevorzugen vor allem tropisches sowie subtropisches Klima. Durch die globale Erwärmung weitet sich auch ihr Lebensraum aus, ein Effekt, den man bereits heute beobachten kann.

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