Der Kapitän hat es gerichtet: Harry Kane hat England in Wembley mit seinem Siegtreffer zum 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung gegen Dänemark ins Finale der Fußball-Europameisterschaft gebracht – gewissermaßen im zweiten Anlauf. In der 102. Minute war Englands Raheem Sterling, umringt von drei dänischen Verteidigern, im Strafraum zu Fall gekommen. Der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie zeigte sofort auf den Punkt. Eine sehr harte Entscheidung.

Da es jedoch einen leichten Körperkontakt gegen Sterling gegeben hatte, wertete der Videoassistent den Elfmeterpfiff nicht als krasse Fehlentscheidung. Kane trat an, scheiterte zunächst am starken dänischen Torwart Kasper Schmeichel, drosch den Abpraller dann aber ins Netz.

Kane versetzte damit nicht nur die Mehrheit der rund 65.000 Zuschauer im Wembley-Stadion in Euphorie, sondern eine ganze Nation. Erstmals steht England im Endspiel einer Europameisterschaft, zum ersten mal seit 1966 wieder im Finale eines großen Turniers. „Unglaublich, was für ein Spiel. Echt hart. Wir waren da, als es zählte“, sagte Matchwinner Kane nach dem Abpfiff. „Ein Finale zuhause – was für ein Gefühl!“

Gegen den Nachschuss von Harry Kane (l.) war Dänemarks Torwart Kasper Schmeichel machtlos

Das Endspiel wird am Sonntag ebenfalls in London ausgetragen. Dann treffen die Engländer auf die starken Italiener, die sich im ersten Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Spanien durchgesetzt hatten.

In der K.o.-Phase in Schwung gekommen

„Es ist eine einmalige Chance, dieses Heimturnier in Wembley zu spielen“, hatte Harry Kane schon vor dem Spiel gegen Dänemark gesagt. Nachdem er in der Vorrunde ohne Treffer geblieben war, hatte der 27 Jahre alte Stürmer der seinen Klub Tottenham Hotspur in diesem Sommer nach vielen Jahren verlassen könnte, rechtzeitig zur K.o.-Phase seinen Torinstinkt wiedergefunden. Beim 2:0 im Achtelfinale gegen Deutschland, ebenfalls in Wembley, hatte Kane per Kopfball getroffen und beim 4:0 im Viertelfinale gegen die…