Wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den Tickethändler Viagogo sind die Geschäftsräume deutscher Profifußballklubs durchsucht worden. Der FC Bayern, der FC Augsburg und der 1. FC Nürnberg bestätigten auf Anfrage Durchsuchungen, nachdem die »Augsburger Allgemeine« über die Aktionen vom Mittwoch berichtet hatte. Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, wie die Behörde mitteilte. Gegen wen, sagte sie nicht. Vereine oder Spieler seien aber nicht betroffen.

Viagogo bestätigte die Ermittlungen und kündigte an, mit den Behörden kooperieren zu wollen. »Wir sind uns einer laufenden Untersuchung bezüglich Steuerzahlungen in Deutschland bewusst«, teilte ein Sprecher mit. Viagogo komme allen Steuerpflichten in den Märkten, in denen sie tätig sind, »voll und ganz nach«. »Wir kooperieren mit den zuständigen Behörden und sind zuversichtlich, dass diese Angelegenheit zeitnah geklärt wird«, teilte Viagogo mit.

Mitarbeiter von Fußballklubs treten als Zeugen auf

Der FC Augsburg betonte, dass bei den Ermittlungen der Finanzbehörden keine jetzigen oder ehemaligen Mitarbeiter als Beschuldigte Teil des Verfahrens seien, sondern als Zeugen auftreten. Nürnberg bestätigte die Untersuchungen mit einem praktisch wortgleichen Statement. Der FC Augsburg teilte zudem mit, mit dem Unternehmen vor mehr als sieben Jahren in einer vertraglichen Beziehung gestanden zu sein. Die Nürnberger haben ebenfalls »bis vor sieben Jahren« mit der Firma zusammengearbeitet.

Der FC Bayern erklärte am Donnerstag auf Anfrage, dass weder der Klub »noch eine seiner handelnden oder früher handelnden Personen, noch eine übergeordnete Fußballorganisation oder ein Fußballverband Gegenstand der Ermittlungen« seien. »Vielmehr kommen diese lediglich als Zeugen im Zuge von Ermittlungen gegen ein drittes Unternehmen in Betracht.«

Viagogo dient als Plattform für Ticketverkäufer – so bei Sportveranstaltungen oder Konzerten. Auf den…