Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre geldpolitische Strategie erneuert und sich ein neues Inflationsziel gesetzt. Die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde wollen künftig mittelfristig eine Teuerungsrate im Euroraum von 2,0 Prozent anstreben, wie die Euro-Notenbank in Frankfurt am Main ankündigte.

Künftig will die EZB zumindest zeitweise »moderat über dem Zielwert« liegende Inflationsraten akzeptieren. Mit einem solchen »symmetrischen« Inflationsziel ist die Notenbank nicht mehr unmittelbar zum Reagieren gezwungen, sollten die Inflationsraten zeitweilig nach oben oder nach unten von dem prozentualen Ziel abweichen.

Bisher hatte das Ziel auf unter, aber nahe zwei Prozent gelautet. Diese Formulierung war aber zunehmend in die Kritik geraten, weil sie aus Sicht vieler Experten nahelegt, die Euro-Wächter würden eine zu hohe Inflation stärker bekämpfen wollen als eine zu niedrige. Ihr bisheriges Ziel verfehlte die EZB bereits seit Frühjahr 2013.

Die Währungshüter hatten letztmalig im Jahr 2003 ihre geldpolitische Strategie überarbeitet. Damals hatten sie ihr mittelfristiges Preisstabilitätsziel von 1998 präzisiert. Bis dahin hatte es auf unter zwei Prozent gelautet – angepasst wurde es schließlich auf »unter, aber nahe zwei Prozent«. Seitdem war diese Formulierung gültig geblieben.