Kryptowährung
Bitcoin-Mining heizt einen See bei New York angeblich zum „Whirlpool“ auf

Die Anwohner des idyllischen Seneca Lakes lehnen das Bitcoin-Kraftwerk in ihrer Nachbarschaft ab.

© Andre Jenny / Picture Alliance

von Gernot Kramper
07.07.2021, 16:51 Uhr

Ein Finanzinvestor kaufte ein altes Kraftwerk. Nun läuft es auf voller Last und betreibt eine Serverfarm. Die Anwohner sind empört – wegen des Klimaeffekts und weil das Kühlwasser ihren See erwärmt.

Bitcoins sind sehr klimaschädlich, weil ihre Herstellung so viel Energie verbraucht. Doch was bisher als globales Problem gilt, wird rund um den Seneca Lake bei New York zu einem sehr konkreten und lokalen Problem. Der idyllische See ist als Ausflugsziel bekannt, kleine Boote und Schwimmer bevölkern ihn. Doch allmählich wird das Wasser mollig warm – wie eine Badewanne sagen aufgebrachte Einwohner dem TV-Sender NBC News. Und das habe nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern mit dem neuen Besitzer des Gaskraftwerks in der Nähe des Sees. Tatsächlich dürfte diese Behauptung  übertrieben sein, die Abwassermengen des Kraftwerks sind viel zu klein, um den großen See merklich aufzuwärmen. Der Betrieber veröffentlicht Daten, aus denen keine Erwärmung hervorgeht.

Tatsächlich rührt die Empörung wohl eher vom neunen  Geschäftsmodell des Kraftwerks her.

Billigstrom ist der Schlüssel

Das Werk wurde an den Finanzinvestor Atlas Holdings verkauft und der hatte besondere Pläne. Die Anlage speist nun nicht allein das öffentliche Stromnetz, sie läuft rund um die Uhr auf voller Last um etwa 8000 Bitcoin-Mining-Computer zu betreiben. Die Idee dahinter: Damit sich das Mining lohnt, muss der Strom billig bezogen werden. Bei 30 Cent für die kWH wie für Deutschlands Privatverbraucher lohnt sich das Mining nicht. Mit einem eigenen Kraftwerk, das gewissermaßen nur für den Eigenverbrauch produziert,…