Belgien
Künstliche Intelligenz bestraft Politiker, die im Parlament auf ihr Handy starren

Die Politiker des flämischen Parlaments und ihre Handys werden über eine künstliche Intelligenz erfasst

© Dries Depoorter

von Julian Schmelmer
07.07.2021, 16:51 Uhr

Parlamentssitzungen werden schon einmal lang und gehen bis in die Abendstunden. Bei den ausführlichen Debatten können sich auch einige Politiker den gelegentlichen Blick aufs Handy nicht verkneifen. Ein belgischer Künstler stellt sie nun mithilfe künstlicher Intelligenz bloß.

Parlamentssitzungen nehmen in der Regel viele Stunden in Anspruch. Dass die Aufmerksamkeit der Abgeordneten da nicht immer vollständig auf der Debatte liegt, ist nicht verwunderlich. Spätestens seitdem der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow in einem Stream auf der Audio-Plattform Clubhouse ausplauderte, dass er sich die Zeit während der Ministerpräsidentenkonferenzen auch schon einmal mit einer Runde Candy Crush versüßt, sind auch in Deutschland Politiker, die Ablenkung auf dem Smartphone suchen, keine Neuheit mehr.

Wer allerdings im flämischen Parlament in Belgien auf seinen Handy-Bildschirm schaut, statt aufmerksam an der Sitzung teilzunehmen, wird seit Kurzem von einer künstlichen Intelligenz entdeckt und öffentlich angezählt. Dies ist möglich, da alle Debatten des Parlaments im Livestream über Youtube aufgezeichnet werden. Die Übeltäter werden bei einem Vergehen auf Instagram und Twitter mit einem Beweisvideo daran erinnert, sich doch bitte wieder der Sitzung zuzuwenden. Innerhalb weniger Tage abonnierten mehrere tausend Menschen die Profile der „Flemish Scrollers“.

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