Zum Pilze schwenken hat Heinz Bruns in seinem Restaurant genug Personal, auch Gäste kommen wieder, aber im Service mangelt es seit der Coronakrise. Denn viele Mitarbeiter haben sich beruflich umorientiert.

Heinz Bruns, Restaurantinhaber
»Mitarbeiter, die dann gegangen sind, zu einem DHL Center, die eine junge Dame hat eine Tagesmutter-Ausbildung gemacht, ist raus. Eine Teilzeitkraft hat ein Studium beendet. Ein Servicemitarbeiter ist auch wiederum in den vorzeitigen Ruhestand, weil er keine Lust mehr hatte. Und so sind dann zum Schluss 13 Leute weg gewesen im letzten Jahr.«

Die verbliebenen Service-Mitarbeiter machen Überstunden – und neues Personal zu finden, ist gar nicht so einfach.

Heinz Bruns, Restaurantinhaber
»Was ich nicht verstehe ist, dass es hieß, so und so viele Arbeitslose so und so viele hier. Wir kriegen aber keine Bewerbungen, wir kriegen keine Leute ins Haus. Wir können machen, was wir wollen. Es passiert nichts. Keine Auszubildenden, gar nichts. Das ist eine Sache, die kenne ich so nicht.«

Enzo Weber hat die Folgen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt untersucht.

Enzo Weber, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
»Und da zeigt sich, viele haben sich z.B. in Richtung medizinischer Bereich beworben oder auch in Richtung Einzelhandel. Jetzt mag man das Feld erst einmal für unplausibel halten. Aber Einzelhandel, das sind auch Supermärkte, wo viel gesucht wurde. Medizinischer Bereich, das sind auch Testzentren, oder auch der IT-Bereich hat in der Krise sehr viel gesucht. Plus Natürlich die Lieferdienste, die plötzlich mit dem starken Online-Handel enorm viele Aufträge hatten.«

Ziemlich genau die Branchen also, in denen auch Heinz Bruns Mitarbeiter untergekommen sind. Bruns hat so gut wie alle Gastronomen harte Monate hinter sich.

Heinz Bruns, Restaurantinhaber
»Einen Schlag in den Nacken gekriegt nach einem anderen, weil wir nicht aufmachen konnten. Gut, Mitarbeiter verloren, weiter geübt, geplant, gefaselt, was ist. Neue Speisekarten…