Juristische Schlappe für die Commerzbank: Das Institut muss eine Analystin wieder einstellen, von der sich der Konzern in der Wirecard-Affäre eigentlich trennen wollte. Die Analystin hatte jahrelang Aktien von Wirecard zum Kauf empfohlen und soll vertrauliche Informationen an das Management des Konzerns weitergegeben haben. Die Commerzbank hatte ihr deshalb gekündigt, doch vor dem Frankfurter Arbeitsgericht erzielte die Frau nun einen juristischen Erfolg.

Die Bank muss die Analystin demnach weiter beschäftigen. Ein Sprecher der Bank bestätigte einen entsprechenden Bericht der »WirtschaftsWoche«. Einen Kommentar zu dem Urteil wollte die Bank zunächst nicht geben. Das Magazin zitierte eine Sprecherin des Gerichts mit der Aussage, die Klägerin habe ganz überwiegend obsiegt. »Insbesondere wurde ihren Kündigungsschutzanträgen und dem allgemeinen Weiterbeschäftigungsantrag stattgegeben.« Das Arbeitsgericht war nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Die Commerzbank hatte das Arbeitsverhältnis Anfang des Jahres beendet. Die Analystin hatte die Wirecard-Aktie bis kurz vor der Insolvenz mit einem Kursziel von 230 Euro zum Kauf empfohlen und kritische Berichte in der »Financial Times« über angebliche Bilanzunregelmäßigkeiten bei Wirecard als »Fake News« bezeichnet. Wirecard meldete im Juni 2020 Insolvenz an, nachdem Luftbuchungen über fast zwei Milliarden Euro bekannt wurden.