Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat in der Diskussion über offenbar wörtlich übernommene Passagen in ihrem Buch Fehler Selbstkritik geübt. »Rückblickend wäre es sicherlich besser gewesen, wenn ich doch mit einem Quellenverzeichnis gearbeitet hätte«, sagte sie der »Süddeutschen Zeitung«.

Sie habe in ihrem Werk bewusst auf öffentlich zugängliche Quellen zurückgegriffen, gerade, wenn es um Fakten geht. »Aber ich nehme die Kritik ernst.« Baerbock waren mehrere wörtliche Übernahmen in ihrem Buch »Jetzt« vorgeworfen worden.

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Baerbock wirbt für faireres Miteinander im Wahlkampf

In der »Süddeutschen Zeitung« forderte Baerbock nun einen faireren Umgangston im Wahlkampf. »Mehr als drei Jahre lang haben wir in der Partei, haben Robert Habeck und ich, intensiv daran gearbeitet, über eine andere Ansprache und Haltung Gräben zu überwinden«, sagte die Grünenvorsitzende.

Diese Art der Kommunikation werde in einem harten Wahlkampf auf die Probe gestellt, gerade wegen persönlicher Anfeindungen. »Auch ich bin da kurz in alte Schützengräben gerutscht«, gestand Baerbock. »Dabei geht es mir um das Gegenteil: die großen Zukunftsfragen offen und breit zu diskutieren, hart und klar in der Sache, aber fair im Ton und offen für Argumente.«