Geht es nach Karsten Hilse, hat sich die wahrscheinlich größte Herausforderung für die kommende Bundesregierung erledigt, bevor sie überhaupt ins Amt gekommen ist. »Es gibt keinen Klimanotstand durch CO₂ – jetzt nicht, morgen nicht und übermorgen auch nicht«, sagt Hilse, der umweltpolitische Sprecher der AfD.

Hilse ist kein Einzelfall in seiner Partei. In öffentlichen Äußerungen, in Reden und auch im Wahlprogramm zur anstehenden Bundestagswahl leugnet die Rechtspartei an vielen Stellen wissenschaftliche Fakten zum menschengemachten Klimawandel.

Neben den Dauerbrennern Migrationspolitik, Gendersprache und EU-Kritik hat die AfD längst auch die Klimakrise als Thema entdeckt. Schon im Europawahlkampf 2019 war das Plakat »Geht’s noch Brüssel? Diesel retten!« der von den Kreisverbänden am häufigsten georderte Titel. Auch im jetzigen Bundestagswahlkampf lehnt die Partei Klimaschutzprogramme ebenso ab wie den Kohleausstieg – und betont die vermeintlichen Belastungen für die Bürger durch die grüne Transformation, garniert mit rechtspopulistischem Gedankengut.

Dass die Rechten die Opposition gegen Klimaschutz für sich entdecken, sei Teil einer Taktik, weil sie so eine Leerstelle besetzen kann, die andere Parteien lassen, sagt Ann-Katrin Müller, Redakteurin im SPIEGEL-Hauptstadtbüro und Gast in dieser Folge des »Klimabericht«-Podcast. Gleichzeitig passe die Ablehnung wissenschaftlicher Befunde »sehr gut in die Ideologie der Partei.« Auch am rechten Rand der CDU gibt es inzwischen Anschlussverbindungen zu Thesen der AfD.

Besondere Dynamik bekommen die Klimaleugner-Thesen, wie sie teilweise auch die AfD bedient, wenn sie sich schnell in sozialen Netzwerken verbreiten, beobachtet Andrea Kockler vom Verein »Der goldene Aluhut«, die über Verschwörungsideologien aufklärt und ebenfalls zu Gast ist.

Kockler erzählt, wie Klima-Fake-News aufgebaut sind und wie man sie erkennt. Außerdem sprechen wir über Mechanismen in der Klimadiskussion wie sie auch…