Dabei ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Großbritannien auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten gestiegen. 18.270 neue Fälle meldeten die Behörden am Samstag, so viele wie seit dem 5. Februar nicht mehr. Das Wachstum ist wegen der aggressiveren Delta-Variante höchst dynamisch. Im Vergleich zum Samstag der Vorwoche verdoppelte sich die Zahl der Neuinfizierten fast. Und das, obwohl schon 32,2 Millionen Briten den vollen Impfschutz haben, gut 60 Prozent aller Erwachsenen.

Selbst wenn die Zuschauer im Stadion geimpft oder getestet sein sollten – die Signalwirkung voller Stadien sind angesichts der Infektionslage in Großbritannien fatal. Doch der Uefa geht es vor allem ums Geld – und vielleicht noch um schöne Bilder, die eine Fußball-Normalität vorgaukeln sollen, die es leider noch nicht gibt. Erst drängte die Uefa die britische Regierung, möglichst viele Zuschauer ins Stadion zu lassen. Dann übererfüllt diese die Erwartungen sogar noch. Das ist nichts weniger als organisierte Verantwortungslosigkeit.

Der Verlierer-Impfstoff

Deutschland hat eine Bundesforschungsministerin, zumindest auf dem Papier. Und Deutschland hat, neben Biontech, einen weiteren tollen Impfstoffentwickler, zumindest auf dem Papier. Beim Besuch der bislang sehr blass gebliebenen Anja Karliczek im Tübinger Unternehmen Curevac treffen heute beide zusammen.

Curevac ist die große Corona-Enttäuschung aus Deutschland. Lange galt der Impfstoff als weltweit heißester Kandidat. Die Bundesregierung beteiligte sich im vergangenen Sommer mit 300 Millionen Euro an dem Tübinger Unternehmen, noch im Herbst bestellte die EU Hunderte Millionen Dosen bei Curevac. In den Plänen des Gesundheitsministeriums für die deutsche Impfkampagne war Curevac ab dem zweiten Quartal fest eingeplant.

Nach einer sich ewig hinziehenden Studien-Phase folgte vor Kurzem der Abgleich mit der Wirklichkeit: Die vorläufigen Daten wiesen nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent aus. Und obwohl das Unternehmen an dem Ziel…