Die Jobverluste am Finanzplatz Frankfurt werden durch Zugänge in Folge des Brexits nicht ausgeglichen. Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gehen davon aus, dass Ende 2023 bei den Frankfurter Banken mit rund 62.200 Mitarbeitern fünf Prozent weniger beschäftigt sind als im Herbst 2020. »Der positive Beschäftigungseffekt durch den Brexit dürfte nicht ausreichen, um die Konsolidierung zu kompensieren, die sich durch die Coronakrise noch verstärkt«, erläuterte die Autorin der Studie, Ulrike Bischoff, am Montag.

Die Beschäftigtenzahlen in der Bankenmetropole sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, da Finanzinstitute vor allem im Bereich Regulierung und Compliance personell aufgestockt haben. Commerzbank und Deutsche Bank sowie viele andere Häuser bauen inzwischen aber in großem Stil Stellen ab.

Durch den Brexit kommen laut der Helaba Studie dieses und nächstes Jahr rund 1500 neue Jobs in Frankfurt am Main hinzu. Seit dem Brexit sind bereits rund 2000 entstanden. Die Main-Metropole konkurriert mit Städten wie Paris, Dublin, Amsterdam und Luxemburg um die Ansiedlung von Arbeitsplätzen durch Banken, die eine stärkere Präsenz in Kontinentaleuropa suchen. Der Verlagerungsprozess verläuft aber schleppend. Grund seien noch nicht geklärte Punkte bei der Regulierung von Finanzdienstleistungen, erklärte die Helaba. Dies sei ein ähnlich zäher Prozess wie der Brexit an sich.