Ein neuer Tunnel mit Tiefbahnhof in Frankfurt am Main soll den Zugverkehr bundesweit beschleunigen. Die Bahn will das Milliardenprojekt an diesem Montag (11.45 Uhr) vorstellen. Der Tunnel für Fernzüge soll vom Westen und von Osten auf den neuen Tiefbahnhof zulaufen, der unter dem Frankfurter Hauptbahnhof entstehen soll. Der Hauptbahnhof soll dann ausschließlich dem Regionalverkehr zur Verfügung stehen.

Als Kopfbahnhof verursacht der Frankfurter Hauptbahnhof bislang häufig Verspätungen mit bundesweiten Auswirkungen. Das Vorhaben soll die Engstelle auflösen. Die Bahn hatte im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in einer Machbarkeitsstudie untersuchen lassen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein zweigleisiger Fernbahntunnel technisch machbar ist. Untersucht wurde auch der günstigste Verlauf der Röhre – südlich oder nördlich des Mains.

Bauzeit: Mindestens 14 Jahre

Als im September 2019 die Machbarkeitsstudie angekündigt worden war, war von Kosten in Höhe von knapp 3,6 Milliarden Euro die Rede. Vor 2035 sei nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen, hatte es geheißen. Im Ergebnis sollen Fernzüge bis zu acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. »Der Tunnel ist ein zentraler Baustein für den klimafreundlichen Schienenverkehr und den Deutschlandtakt«, erklärte die Bahn vorab. Um 17 Uhr ist am Montag eine zweistündige, digitale Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geplant.

Es ist nicht der erste Anlauf für einen Tiefbahnhof in Frankfurt am Main. Vor 25 Jahren etwa war das Projekt »Frankfurt 21« diskutiert worden – ähnlich wie in Stuttgart sollte der Kopfbahnhof damals durch einen Tiefbahnhof ersetzt werden. Das Vorhaben wurde im Jahr 2001 wegen der hohen Kosten zu den Akten gelegt. Die jetzige Planung orientiert sich am Zürcher Vorbild, wo ebenfalls ein Tunnel unter dem oberirdischen Kopfbahnhof entstanden ist.

In einer Resolution sprachen sich 19 Verbände, Kommunen, Organisationen und Unternehmen für das…