Wegen einer Rede im vergangenen September könnte der ehemalige baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple vor Gericht landen. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat Räpple angeklagt und wirft ihm vor, öffentlich zu Straftaten aufgefordert zu haben.

Räpple soll im vergangenen September auf einer Demonstration gegen die Coronapolitik von Bund und Ländern in Mainz zum gewaltsamen Sturz der Bundesregierung aufgerufen haben, hieß es. Das Landgericht Mainz muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Zudem soll Räpple im vergangenen August bei einer Demonstration gegen die Coronapolitik der Bundesregierung gemeinsam mit weiteren Demonstranten die Treppe des Berliner Reichstagsgebäudes erstürmt und dabei Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet haben. Am 29. August drangen mehrere Hundert Demonstranten auf eine Treppe des Reichstagsgebäudes vor und gelangten bis an den Eingang. Polizisten konnten sie zurückdrängen. Der Vorfall löste Empörung aus. Gegen Dutzende mutmaßliche Beteiligte wird ermittelt.

Die Anklage wirft dem früheren AfD-Politiker zudem vor, am selben Tag im Internet die Bundesrepublik und ihre verfassungsmäßige Ordnung böswillig verächtlich gemacht zu haben. Er soll die Bundesrepublik als »Willkürstaat« und als »letzten Dreck« bezeichnet haben. Räpple hat sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Räpple war bis Ende April dieses Jahres Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg und war im Stuttgarter Parlament wiederholt negativ aufgefallen. So ließ er sich etwa im Dezember 2018 nach Zwischenrufen von der Polizei aus dem Landtag führen.